Wer ist Stephen Porges?
Der Wissenschaftler hinter dem SSP – und hinter einer der einflussreichsten Ideen in der modernen Traumabehandlung: dass Sicherheit kein Gefühl, sondern ein körperlicher Zustand ist.
Wer sich mit dem Safe and Sound Protocol beschäftigt, stößt schon bald auf einen Namen: Dr. Stephen Porges. Er ist der Wissenschaftler, der die Theorie entwickelt hat, auf der das gesamte Protokoll basiert. Es ist hilfreich zu wissen, wer er ist, denn dies sagt viel darüber aus, warum das SSP so wirkt, wie es wirkt – und warum es in der Welt der Traumabehandlung und der Regulierung des Nervensystems ernst genommen wird.
Kurz gesagt
- Name
- Dr. Stephen W. Porges
- Geboren
- 1945, New Brunswick, New Jersey (USA)
- Fachgebiet
- Psychologie und Psychiatrie
- Bekannt aus
- Die Polyvagaltheorie (1994) und der Begriff der Neurozeption
- Verbunden mit
- University of North Carolina, Indiana University, das Polyvagal Institute
Porges ist ein US-amerikanischer Psychologe und Professor für Psychiatrie. Im Laufe der Jahrzehnte hat er mehr als 400 von Fachkollegen begutachtete wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, die sich auf Fachgebiete wie Neurologie, Neurowissenschaften, Psychiatrie, Kinderheilkunde und weitere Bereiche erstrecken. Sein bekanntester Beitrag ist jedoch zweifellos die Theorie, die er 1994 vorstellte.
Die Polyvagal-Theorie: Sicherheit als körperlicher Zustand
Im Jahr 1994 stellte Porges die Polyvagal-Theorie vor, die er erstmals in seiner Rede als Vorsitzender der Society for Psychophysiological Research präsentierte. Die Theorie verbindet die Evolution des autonomen Nervensystems mit unserem sozialen Verhalten. Der Kerngedanke: Wie Sie sich fühlen und verhalten, hängt stark davon ab, in welchem Zustand sich Ihr Nervensystem befindet.
Im Mittelpunkt steht der Nervus vagus, der große Nerv, der Gehirn und Körper miteinander verbindet. Porges hat gezeigt, dass dieser Nerv eine Schlüsselrolle dabei spielt, ob wir uns sicher, wachsam oder im Gegenteil verschlossen fühlen. Sicherheit ist in seiner Arbeit kein vages Gefühl, sondern ein messbarer körperlicher Zustand – und genau diesen Zustand können Sie fördern.
Neurozeption: der Begriff, den Porges geprägt hat
Einer seiner bekanntesten Begriffe ist die Neurozeption. Dabei handelt es sich um den unbewussten, fortwährenden Prozess, bei dem Ihr Nervensystem die Umgebung nach Signalen für Sicherheit oder Gefahr absucht – ohne dass Sie darüber nachdenken. Sie müssen nicht bewusst entscheiden, dass Sie sich sicher fühlen; Ihr Körper beurteilt dies bereits, bevor Ihr bewusstes Gehirn davon etwas mitbekommt. Diese Idee bildet die Grundlage für das SSP, das genau auf dieser unbewussten Ebene Signale der Sicherheit vermittelt.
Von der Theorie zum Hörprogramm
Porges beschränkte sich nicht nur auf die Theorie. Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse entwickelte er das Safe and Sound Protocol: speziell gefilterte Musik, die dem Nervensystem hilft, aus einer Abwehrhaltung herauszufinden und in einen Zustand der Ruhe und Verbundenheit zu gelangen. Später entwickelte er auch das Rest and Restore Protocol (RRP), das sich stärker auf tiefe Entspannung und körperliche Erholung konzentriert. Für die Klangtechnologie hinter seinen neueren Werken arbeitet er unter dem Namen Sonocea mit dem Audio-Innovator Anthony Gorry zusammen.
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Lies alles über das SSPWarum seine Arbeit für Sie von Bedeutung ist
Porges’ Arbeit hat die Sichtweise vieler Therapeuten auf Trauma und Stress verändert. Lange Zeit lag der Schwerpunkt auf dem Denken und Sprechen: von oben herab, vom Kopf aus. Porges trug dazu bei, eine andere Bewegung in Gang zu setzen, bei der zunächst die körperliche Grundlage der Sicherheit wiederhergestellt wird – damit anschließend das Denken, Fühlen und Verbinden wieder Raum erhalten.
Seine Ideen werden heute weltweit angewendet und weiterentwickelt. Die Klinikerin Deb Dana beispielsweise hat die Polyvagal-Theorie für die tägliche Praxis zugänglich gemacht; sie arbeitet selbst viel mit dem SSP und ist an den Schulungen von Unyte beteiligt. Wer sich mit diesem Thema näher befasst, stößt unweigerlich auf seine Bücher, wie beispielsweise “The Polyvagal Theory and the Search for Safety” und “Clinical Applications of the Polyvagal Theory”.
Ehrlich gesagt: Auch eine Theorie, über die diskutiert wird
Wie bei jedem einflussreichen wissenschaftlichen Modell werden auch Teile der Polyvagal-Theorie diskutiert, unter anderem bestimmte evolutionäre und anatomische Annahmen. Wir halten es für wichtig, dies offen anzusprechen. Wir betrachten die Theorie vor allem als einen nützlichen Rahmen, nicht als die absolute Wahrheit. In der Praxis hilft sie bemerkenswert gut dabei, zu verstehen, was bei Stress, Erstarrung und Erholung geschieht – und vor allem: Menschen tatsächlich zu unterstützen.
Kurze Fragen, kurze Antworten
Wer ist Stephen Porges?
Dr. Stephen W. Porges (geb. 1945) ist ein US-amerikanischer Psychologe und Professor für Psychiatrie. Er ist der Begründer der Polyvagal-Theorie, die er 1994 vorstellte, sowie der Wissenschaftler hinter dem Safe and Sound Protocol. Seine Arbeit verbindet die Evolution des Nervensystems mit sozialem Verhalten, Sicherheit und Genesung.
Was ist die Polyvagaltheorie von Porges?
Die Polyvagal-Theorie beschreibt, wie das autonome Nervensystem – und insbesondere der Nervus vagus – unsere Reaktionen auf Sicherheit, Gefahr und Verbundenheit steuert. Porges führte zudem den Begriff der Neurozeption ein: das unbewusste, kontinuierliche Abtasten der Umgebung auf Signale von Sicherheit oder Bedrohung.
Hat Porges das SSP selbst entwickelt?
Ja. Das Safe and Sound Protocol wurde von Dr. Porges auf der Grundlage seiner Polyvagaltheorie entwickelt. Er entwickelte auch das Rest and Restore Protocol (RRP). Beide Sendungen werden über Unyte ausgestrahlt.
Was hat Deb Dana mit Porges zu tun?
Deb Dana ist eine bekannte Klinikerin, die die Polyvagal-Theorie für die Praxis zugänglich gemacht hat. Sie arbeitet selbst intensiv mit dem SSP und ist an den Schulungen von Unyte beteiligt. Ihre Arbeit und die von Porges sind eng miteinander verknüpft.
Ist die Theorie von Porges unumstritten?
Nein, wie bei jedem einflussreichen wissenschaftlichen Modell gibt es auch hier Diskussionen, unter anderem über einige evolutionäre und anatomische Annahmen. Wir betrachten die Polyvagal-Theorie vor allem als einen nützlichen Rahmen und nicht als die absolute Wahrheit; in der Praxis hilft sie bemerkenswert gut dabei, Stress, Erstarrung und Erholung zu verstehen.
Wissenschaft: Man kann sein Nervensystem spüren
Finden Sie heraus, ob SSP zu Ihnen passt, oder beginnen Sie mit einem begleiteten Programm, das auf den Arbeiten von Porges basiert.
Das SSP ist ein begleitetes Hörprogramm, keine medizinische Behandlung. Es basiert auf der Polyvagal-Theorie von Dr. Stephen Porges.
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